Über mich...

Mein Lebensweg begann im Jahr 1971, im wunderschönen Oberharz, wo ich meine Kindheit und Jugend verbrachte.
Ich war die meiste Zeit meines Lebens ruhelos, begeisterte mich für vieles und stand mir, mindestens genauso oft, auch selbst im Weg.
Heute würde man vielleicht sagen: „Ein Künstler legt sich eben selten fest!“
Früher hieß es eher: „Ob dieses Kind überhaupt einmal weiß, was es will?“



Vom bockigen Kind, entwickelte ich mich zum rebellischen Teenager, brach das Gymnasium ab, wollte das „wahre Leben“ kennen lernen, wurde früh Mutter und stellte schon bald fest, dass dieses „wahre Leben“ auch seine unterschiedlich hohen Hürden mit sich bringt.
Mit Mitte dreißig, stand ich, als Mutter mit drei Kindern, an einem Wendepunkt meines Lebens, von dem ich wusste, dass ich mich und mein Leben verändern wollte. Mein langjährig bester Freund und engster Vertrauter, stand mir in dieser Zeit sehr zur Seite und irgendwann erkannten wir, wie viel mehr als Freundschaft uns verband. In ihm fand ich mein inneres Zuhause und einen Unterstützer, der mich immer wieder ermutigte, mir meine Träume zu realisieren.



Gemeinsame bekamen wir vier weitere Kinder, wurden zu einer chaotischen, aber auch sehr fröhlichen Patchwork-Familie und lernten viele Dinge mit Humor zu nehmen, die andere Eltern vielleicht hätten verzweifeln lassen.
Und darüber begann ich schließlich auch, in einem Forum zu schreiben, wo die Erlebnisse unserer Chaosbande gern gelesen wurden.
Dies machte dann auch eine damalige Redakteurin des online-Magazins einer Mütter-Community auf mich aufmerksam, die mir eine kleine Kolumne, in eben dem Magazin anbot.
Und ich sagte zu.



Zu der Kolumne kamen dann schnell weitere Anfragen zu Artikeln, auch in anderen Bereichen, die thematisch in das Magazin passten und ich sagte zu.
Aus den Veröffentlichungen der Artikel, würde ich Referenzen sammeln können, die mir eventuell später die Türen zu Verlagen leichter öffnen sollten, würde ich mir den Traum erfüllen, mit dem Schreiben von Romanen zu beginnen.
Die nächsten Jahre, anfangs noch rein leidenschaftlich, später dann als Autorin in Festanstellung, schrieb ich also Artikel für das online-Magazin und wurde gelegentlich um Gastbeiträge auf anderen Seiten gebeten.
Im Laufe der Jahre kamen so schätzungsweise um die 1.000 Artikel zusammen, die auf verschiedenen Plattformen, online und gedruckt, veröffentlicht wurden.



Es gab genug zu tun, an Arbeit mangelte es also nicht, aber irgendwann fragte ich mich auch, ob es das war, was ich eigentlich tun wollte.
Wozu sammelte ich Referenzen, wenn ich nichts schrieb, wofür ich die Referenzen brauchte?
Es wurde Zeit für mich nicht nur zu träumen, sondern meinen Traum auch zu realisieren.



In der Zeit fand ich den Kontakt zu Sylvia Englert, einer sehr lieben und sehr erfolgreichen Autorin, die ich über ihren Leitfaden für angehende Autoren 'So finden Sie einen Verlag für Ihr Manuskript' (Campus 2007) kennen und schätzen lernte. Nicht nur ihr Buch ermutigte mich, sondern auch der persönliche Kontakt, ihre erfrischende und herzliche Art, mit der sie mich immer wieder, bis heute, motivierte, meinen Traum nicht aufzugeben.
Ich stand also aufgeregt in den Startlöchern, meinen ersten historischen Roman zu schreiben, hatte bereits mit intensiver Recherche begonnen, als ein schwerer Schicksalsschlag meine Familie und mich in eine grausame, dunkle Starre versetzte.



Unser kleiner Sohn, Yorik-Finnley wurde am 21. Oktober 2011 geboren, brachte ein zusätzliches Chromosom 21 mit, allerdings auch einen schweren Herzfehler wegen dem er sein kurzes Leben dauerhaft in der Klinik verbringen musste, wo man anfangs noch hoffte, ihn operieren zu können, um ihm ein Leben zu ermöglichen.
Komplikationen reihten sich aneinander, verhinderten die Operationen und wir begannen weltweit nach weiteren Spezialisten zu suchen, in der Hoffnung, einer von ihnen könnte das Leben unseres kleinen Sohnes retten.



Viele, sehr liebe Menschen, Familie, Freunde, aber auch Bekannte und Prominente, unterstützten unsere Suche.
Als mich dann auch immer mehr mitfühlende Menschen anschrieben, um sich nach YoFis Befinden zu erkundigen, ich all die Nachrichten schon gar nicht mehr beantworten konnte, eröffneten wir eine Homepage – yorik-finnley.de - für unseren Sohn, auf der ich, in Form, ähnlich einem Tagebuch, über unsere Gefühle und den Kampf, um das Leben unseres Sohnes schrieb.
Einem Kampf, den wir alle verloren und an dessen Ende wir den tapfersten kleinen Krieger, den wir je kennen gelernt hatten, gehen lassen mussten.



Am 18. Februar 2012, in den frühen Morgenstunden, schlief unser kleiner Sohn in unseren Armen ein und hinterließ eine große Lücke, die sich mit Trauer, Vermissen und der Liebe füllte, die wir unserem kleinen YoFi so gern mit auf den Lebensweg gegeben hätten.
Lange war auch ich innerlich wie gelähmt, fühlte mich wie in Dunkelheit und Kälte gefangen und nur meine Familie, die durch den schweren Schicksalsschlag noch enger zusammen rückte, gab mir überhaupt die Kraft, mich durch jeden weiteren Tag zu schleppen.
Aber genau dieser Verlust unseres wundervollen Sohnes, brachte dann auch die Wende, die meinen ersten historischen Roman tatsächlich entstehen ließ.



Über diesen, meinen ersten historischen Roman, sah ich die Chance, zumindest gefühlt meinem Sohn ein Leben zu geben, das er, real, nie haben durfte.
Und so entwickelte sich auch die Rolle des Bjarne, einem Jungen und späteren Mann mit Down Syndrom, der im Schweden des 10. Jahrhunderts, die Lebenswege der Protagonisten begleitet.



Wieder war es Sylvia Englert, die mir den letzten Motivationsanstoß gab.
Inzwischen zu einer mir sehr lieb gewordenen, sporadischen Email-Freundin, schrieb ich ihr von meinen Zweifeln, ob ich meinen Roman überhaupt weiterschreiben sollte und sie antwortete mir, dass ich ihr eine Leseprobe schicken möge, die sie ehrlich bewerten wollte.
Kurze Zeit darauf, bekam ich ihre Email, in der sie mir schrieb, sie fände es schade, wenn ich nicht weiter schriebe, denn sie habe sich sehr in die Geschichte einfühlen können, wäre begeistert, wie man die einzelnen Figuren zu lieben und hassen lernt und fasste es schließlich mit „Sylvia, schreib das Werk zu Ende, es ist toll!“ zusammen.



Als ich das letzte Kapitel meines historischen Romans beendet hatte, war ich stolz und traurig zugleich.
Ein mehr als 600 Seiten langes Werk, das versuchte, in historisch recherchierter Umgebung und neben realen Persönlichkeiten der Geschichte, die nicht immer leichten Lebenswege von drei Menschen zu beschreiben.
Aus Unerfahrenheit gegenüber Verlagen, bot ich das Manuskript einer bekannten Literaturagentur an, deren Chefin mich wenige Tage später anrief und begeistert war.
So kam ich zu meinem ersten Vertrag mit einer Literaturagentur, doch wir mussten schnell feststellen, dass der Buchmarkt manchmal eben auch für erfahrene Literaturagenten unberechenbar ist.



Leider passten mein Roman und der Zeitpunkt, in dem ich ihn zu veröffentlichen hoffte, nicht in die derzeitigen Verlagskonzepte.
Die Verlage richten sich verständlicherweise nach dem, was Leser gerade bevorzugt kaufen und historische Romane waren zu der Zeit gerade weniger gefragt.
Ich war es schließlich, die die Literaturagentur um Auflösung unseres Vertrags bat.
Ganz ohne Groll, dafür mit großer Dankbarkeit, dass sie mir eine wunderbare Chance geben wollte.



Nach einer längeren Schreibpause, in der ich die Festanstellung als Autorin aufgab,
unsere jüngste Tochter geboren wurde und ich länger, gesundheitlich ausfiel, entschloss ich mich, wieder mit dem Schreiben zu beginnen, was mich schließlich hier her brachte, an die Stelle einer freiberuflichen Autorin, die sich ihren Traum vom Schreiben erfüllt hat.



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